Donnerstag, Mai 15, 2014

fremdes Japan

Warum ist Japan relativ fremd? Es ist kein Badereiseziel, zu weit weg von Europa und hat den Ruf sehr teuer zu sein. Was nicht stimmt. Das beste Sushi meines Lebens: satt gegessen für 7 Euro. Zum Beispiel.



Also - Japan ist so fremd, weil es sich 200 Jahre lang völlig isoliert hat und sich so eigensinnig vor sich hin entwickelt hat. Das war so 1650 - 1850. Davor wurden alle "Fremden" aus dem Land gejagt und alle japanischen Christen getötet. Zwei Gründe: die japanischen Mächtigen wollten ihre Macht nicht mit dem Papst teilen und sie hatten an mehreren Beispielen gesehen, dass erst das die Missionare kommen, dann die Kolonialisierung.



Interessanterweise sind gerade wir Deutschen überhaupt nicht fremd für die Japaner. Wir sind uns sogar irgendwie sehr ähnlich. Bekanntermaßen vor allem auch in der dunklen Seite, siehe 2. Weltkrieg. Auf der anderen Seite, Poesie, Musik, Kunst. Ich habe das Gefühl der durchschnittliche Japaner kennt manches deutsche Kulturgut besser als wir selbst.



Die Insellage hat Vor- und Nachteile. Isolation und Konzentration. Ästhetik bis zum Exzess. Ich habe noch nie so ein ästhetisches Land gesehen. Solche Gärten. Eigenwilliger Geist. Kriegerkultur auf die Spitze getrieben. Weiblichkeit - rätselhaft. Die erste Romanautorin der Welt - eine Japanerin. Also überhaupt der erste Roman der Welt.



Sonst - Frauen, die Männern gefallen wollen. Aber zu undurchsichtig für einen kurzen Besuch. Sexualität wurde nicht so tabuisiert wie bei uns durch das Christentum, aber wiederum völlig darauf ausgerichtet Männern zu gefallen. Glaub ich. Wer weiß, was in den Frauen vorgeht...




Dienstag, Mai 13, 2014

Nara - die erste Kaiserstadt


Japan ist seit 40000 Jahren nachweislich besiedelt. 14500 Jahre alt sind die ältesten Keramiken der Welt, die auf den Inseln gefunden wurden.



Die neuere Geschichte begann, wie so oft, mit der Verdrängung der UreinwohnerInnen und dem beginn einer neuen Area. Dies wird für 300 v. Chr. datiert. Es folgten Jahre gesellschaftlichen und religiösen Umbruchs.




Das vorläufige Ergebnis: der Buddhismus wurde eingeführt, Adelsgeschlechter und die kaiserliche Linie entstanden, ein chinesisch inspirierter Verwaltungs- und Strafkodex wurde eingeführt, Nara wurde Hauptstadt. Wir schreiben das Jahr 710.



Die kaiserliche Familie, deren Linie bis heute fortläuft, behaupten von sich, direkt von der Sonnengöttin Amaterasu abzustammen. Dies verweist auf die zweite Hauptreligion Japans, dem Shintoismus. Dies ist eine Ahnenkult und Naturreligion.


Shintoschreine und buddhistische Tempel existieren nebeneinander und die Kulte verschmelzen. In Tempeln und Schreinen wird orakelt, gebetet und um Beistand gefragt.


Nara galt einstmals als prächtigste Stadt Asiens und als Zentrum des Buddhismus. Ihre Lage am Ende der Seidenstraße ermöglichte dies. In dieser Zeit erblühte die japanische Kultur.


Nara war Hauptstadt bis zum Jahr 794. Heute wirkt Nara wie eine beschauliche Kleinstadt, eine Art Museumsdorf. Man nimmt kaum wahr, dass es sich um eine Stadt mit 300000 Einwohnern handelt. Überall laufen zahme Hirsche herum.


Das Stadtgebiet, die Tempel und Schreine verteilen sich weitläufig in den Wäldern, schön anzuschauen und ausgeprochen reizvoll.




Montag, Mai 12, 2014

japanische küche

Was war das fazinierendste an Japan? Die Küche! Zum einen kann ich nie wieder in Deutschland Sushi essen. Das ist eine ganz andere Liga. Nun gut. Bin mir auch ziemlich sicher, dass Brezen und Weißwürste in Tokio nicht so der Hit sind.


Zum anderen fühlte ich mich gesund und fit wie nie. Kein Brot, viel Reis und Gemüse. Und alles so schön angerichtet.


Japanische Küche ist also gesund, lecker und ungewöhlich. Eine Schwäche für Fisch zum Frühstück sollte man schon mitbringen. Zurück in Deutschland taste ich mich langsam an das selber machen heran. In Japan bekam ich schließlich alles fertig vorgesetzt. Also als erstes mal ein Grundlagenkochbuch gekauft.


Dieses Buch gibt einen ziemlich guten Überblick der meist verwendeten Zutaten und einfache Rezepte. Das ist nun auch das schöne an der japanischen Küche: sie ist ziemlich pur, aber trotzdem besonders. Deswegen sind die Rezepte auch relativ einfach, kommen mit wenigen Zutaten aus.



Als nächstes muss ich dann versuchen, die Zutaten aufzutreiben. Ich haben schon zwei Läden für japanische Lebensmittel in München ausgemacht. Die ersten Anschaffungen werden sein: Algen, Reis und Miso. Ich werde berichten.


Samstag, Januar 18, 2014

zusammenfassung

Nach einigen Wanderjahren, gelesenem, Gehörtem und von Freundinnen Erforschtem, hier eine kurze Zusammenfassung:


  • der Dreifrauenkult wurzelt in den matrilinearen Strukturen der Vergangenheit
  • der Übergang zum Patriarchat wird durch das Aufkommen von Sagen über Könige deren Töchter sich weigern verheiratet zu werden markiert. 
  • ebenfalls eine Markierung des Übergangs sind Orte und Taten, die mit Karl dem Großen in Verbindung stehen. 





Dienstag, Januar 14, 2014

das erste Buch in diesem Jahr

Mein erstes Buch dieses Jahr ist ausgelesen. Nicht mein erstes "mystisches" oder "magisches" München Buch, aber mit Sicherheit das beste.


Kurt Derungs beschreibt die Landschaft von Ammersee und Starnbergersee - zitiert Sagen und Brauchtum und arbeitet somit die Verbindungen zu den matriarchalen Wurzeln heraus. Er entblättert die überlieferten Geschichten der Gegend von katholischem Aberglauben und bringt sie zur Essenz: der Verschlüsselung unserer matrilinearen Vergangenheit in die unzähligen Sagen von den 3 Frauen - Jungfrau, Mutter, weise Alte - Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Es ist faszinierend, wie durchdringend diese Botschaft aus einer anderen Zeit ist. Sie ist verändert, angepasst, verdunkelt, aber immer noch vorhanden.

Noch nie vorher irgendwo gelesen habe ich über die mathematisch - astronomischen Verbindungen einzelner, heute noch existenter Kraftplätze, wie zum Beispiel die Verbindung von Kloster Andechs mit dem Kulthügel Schatzberg bei Dießen am Ammersee - vom Schatzberg aus gesehen geht in Andechs an Mittsommer die Sonne auf, von Andechs aus gesehen, die Sonne am Schatzberg an Mittwinter unter. Diese und weitere astronomische Bezüge markieren die Orte der Jahreskreisfeiern.

Dies und noch mehr, wie zum Beispiel ein Foto der drei (!) Marienfiguren vom Münster zu Dießen, bekleidet jeweils in den Primärfarben Gelb, Rot und Blau, zu sehen und zu lesen auf den 200 spannenden Seiten dieses Buches.

Seit 5 Jahren erwandere ich nun die Gegend im sogenannten Fünf-Seenland - und dieses Buch bringt mich tatsächlich noch eine Schicht tiefer an das, was hier vor sich geht.

Wer wo anders wohnt: Kurt Derungs hat auch über andere Gegenden Bücher geschrieben, sicher genau so spannend. Er ist übrigens ein großer Bewunderer von Heide Göttner-Abendroth. Er bezeichnet sie als Weg weisend für seine Arbeit. Es ist wirklich schön, das zu lesen, so klar, deutlich - völlig frei von konstruierten und verdrehten Mutmaßungen - wirklich eine Top-Leseempfehlung.