Dienstag, Oktober 19, 2010

integration

Das Thema Multikulti und Integration geistert mal wieder durch die Gegend - und über das Land. Dazu als erste Bemerkung - wir verwechseln viel zu oft einen Medienhype mit der Realität. Sprache - Meinungen - Statements - all das kann auch viel verzerren statt klären.

Jedenfalls warte ich auf den Moment in dem sich Nationen als solche auflösen. Das macht auch Angst - es sind erstmal einfach zwei Prinzipen - Bewahren und Verändern - Abgrenzen und Öffnen. Diese Kernthemen zeigen sich momentan nicht nur in der Integrations-Diskussion. Ich denke nämlich wir projezieren innere Prozesse ins Außen - und haben grad das zum kollektiven Thema. Dabei vertraue ich auf die Kraft von vielen Menschen, die keine Angst mehr haben sich zu öffnen, weil sie fähig sind, sich abzugrenzen, die keine Angst haben sich zu verändern, weil sie ihr Selbst nur dadurch bewahren können. Wir sind nun mal keine Konserve.



Detail eins:
Kopftücher per Gesetz abschaffen. Da halte ich es wie Luisa Francia - falls das Gesetz wird, fang ich an mir eins umzubinden. Völlig klar - aus unserem Blickwinkel ist das Kopftuch ein sichtbares Instrument, Frauen zu unterdrücken. Aber - wer gibt uns das Recht zu bestimmen, wie sich die Anhängerinnen einer bestimmten Religion bzw. Menschen eines Kulturkreises zu verhalten haben? Das Argument: "wir sind ja schließlich hier in Deutschland" zählt für mich null. Klingt wie: "solange du die Füße unter meinem Tisch..."

In der Realität kann ich es mir so vorstellen: ich bin eine gläubige Muslimin und will studieren. An der Uni ist Kopftuchverbot. Ohne mein Kopftuch fühle ich zur Schau gestellt und unwohl. Ich spüre deutlich, an dieser Uni ist kein Platz für mich - und studiere nicht. Möglicherweise fühle ich mich auch hin- und hergerissen. Aber da ich mich ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit bewege, gerate ich in einen Konflikt mit meiner Familie. Dieser Konflikt wurde mir von außen aufgezwungen - ganz anders als würde ich mich selbst entscheiden, diesen Weg zu gehen. Und - es gibt doch mit Sicherheit endlos viele Variationen als Muslima zu leben.

Mit anderen Worten: ich finde diese Maßnahme sogar grausam - Zwang - Entblößung. Und klar - zu Lasten der Frauen. Ich kann den feministischen Gedankengang hinter so einer Maßnahme wirklich nicht begreifen - vielleicht kann einEr von euch mir das erklären.

Detail zwei:
Multikulti ist gescheitert. Okee. Für mich nicht. Ich weiß garnicht, was da gemeint ist - was da gewollt wird. Ich bin permanent schon immer in meinem Alltag von Menschen umgeben, die von überall herkommen und ihr Leben auf die aller verschiedensten Arten leben. Ich mache niemanden an den Vorurteilen über sein Ursprungsland fest. Wir stammen schließlich alle aus einer Quelle. Und das ist auch die Wurzel und zugleich höhere Weisheit sämtlicher Religionen - das ist MystikerInnen aller Glaubensrichtungen bekannt. Und wenn ich jemandem begegne, der aus einer ganz anderen Quelle stammt: juhu.

Detail drei:
Tatsächlich fremd und unheimlich ist mir die Welt in der die PolitikerInnen leben und wie sie damit auf mich einwirken. Ob die aus einer ganz anderen Quelle stammen? Ist es nur meine Angst, die zwischen uns steht? Vielleicht sollten wir uns überlegen, wie wir diese armen Menschen bei uns integrieren könnten?

Freitag, Oktober 01, 2010

nicht verwässern

Stuttgart21 - um was geht es mir? wer hat den ersten Stein geworfen - die Demonstranten oder die Polizei - kostet der bahnhof jetzt 4 oder 11 oder gar 14 milliarden euro - das ist es nicht.



In mir selber eskaliert es momentan. Treffend drückt es ein Tweet aus, den ich heute Morgen gelesen habe: "Unsere Politiker sind Lobbyhuren und verprügeln uns dann noch mit unseren Steuergeldern." (von http://twitter.com/#!/silber_augen)

Ich hab diese zynischen, überheblichen Macht-Menschen so satt, die hier machen, was sie lustig sind. Und wir alle versuchen mit Argumenten und guten Worten irgendwas zu erreichen... pah... Stopfen wir ihnen das ganze blöde Geld einfach in den Arsch. Und fertig.

Ich hoffe dass mit Stuttgart21 endlich die Lunte brennt.