Was ich sehr witzig fand - in der Einleitung zitierte er einen anderen Wissenschaftler, der Anfang der 90er Jahre behauptete, die Menschheit wäre nahezu am Ende er Forschung angelangt, wir wüssten also alles. Witzig deswegen, weil es da um Weltbilder geht. Innerhalb seines Weltbildes stimmt das tatsächlich. In den 80er Jahren gab es in der Biologie einen Gen-Hype. Die Wissenschaft glaubte damals, wenn der Gencode entschlüsselt sei, wüssten wir alles. Heute ist klar - die Entschlüsselung hat bei weitem nicht so viel gebracht wie erhofft. Weil wir - oh Wunder - nicht nach dem mechanistischen Weltbild funktionieren.

Anderer - aber durchaus ähnlicher Gedankengang. Ich verfolge ja auch andere Blogs, zumeist feministische. Dort entbrennen natürlich Diskussionen in Comments. Was mir aber die totale Sinnlosigkeit der Diskussionen an sich aufzeigt. Wir sollten lernen Gespräche zu führen, die zu einem Konsens führen. Das beharren auf der eigenen Meinung führt zu nichts. Nicht weil die Meinung an sich falsch wäre - das ist eben genau nicht der Punkt - sondern weil Meinungsbildungsprozesse so komplex sind, dass sich niemals durch das Ergebnis eineR Einzelnen die Wahrheit abbilden kann. Es ist nicht die Meinung, sondern das beharren darauf. Und anderen die eigene Wahrheit abstreiten, statt alles zu tun, um sie erst mal nachvollziehen zu können. Dann erst die eigene Sichweise einbringen, dann Konsens bilden. Konsens ist etwas ganz anderes als Kompromiss, wohlgemerkt.Ist jetzt keine Kritik an den Blogs an sich - nene. Sondern an unserer Kultur.
Comments gibt es auch in noch extremerer Version, damit kann frau jetzt neuerdings auch gut umgehen: es gibt hatr.org - im Moment hab ich keine solchen "Trolle", die bei mir posten - kann aber jederzeit passieren und hatte ich auch schon. Auf alle Fälle habe ich jetzt keine Angst mehr davor, sondern freu mich sogar darauf. Als mir das vorher passiert ist: ich fühlte mich schrecklich und habe diese Comments gelöscht, weil ich den Hass den sie ausströmten nicht ertragen konnte.
Kommentare:
Ich habe den Post davor gelöscht, weil irgendwie Teile meines Textes verschwunden waren...
Hier noch einmal:
Jeder Besserwisserei oder Rechthaberei ist eine Form von Gewalt !!
Als mir das klar wurde hat sich für mich persönlich etwas entspannt. Weil ich jetzt nachspüren kann / verstanden habe, warum mich die Besserwisserei und altkluge Bemerkungen meiner KollegInnen oft verletzten oder ich mich schlecht fühlte.
Oft kann ich das heute erkennen im Gespräch. Bisher ist mir nichts eingefallen, was dann Sinn macht. So gehe ich aus dem Kontakt oder denke: "Schnack Du man."
Dieses immer Recht haben müssen! Wenn ich dieser Form der Gewalt ausgesetzt bin, dann ist es schwer WIRKLICH zu kommunizieren.
Raum zu lassen, um verschiedenen Sichtweise, Meinungen, Erfahrungen stehen zu lassen.
Sich aus zu tauschen.
Einander so stehen lassen wie frau ist.
Was manchmal in den Kommentarfeldern in Blogs passiert ist so ungünstig oder auch erschreckend. Doch die Bloggerwelt ist eben wie im wie im "wahren" Leben.
Grüße und ein schönes Wochenende sendet Dir
Oona
hallo oona,
wegen den erschreckenden comments: es gibt jetzt hatr.org - hab ich in meinem post noch ergänzt. da kann frau die schlimmen comments veröffentlichen .. les mal dort "über hatr" - eine total geniale idee.
lg i.
Rupert Sheldrake gefällt mir sehr. Er kommt übrigens auch in dem sehr empfehlenswerten Film "Das kreative Universum" zu wort.
Zu hat.r muss ich gleich mal hüpfen und mich schlau machen. Danke. Alles Liebe Karin
diese sumpfblüte "hatr.org" erscheint mir fast surreal ...aber ich weiß, dass diese trolle real sind. ich erkläre mir das beharren auf die eigene meinung und das immer recht-haben-müssen (in blog-diskussionen und im real life" so: diese lautstarken egonmanen haben das "alles-jeder-ist-miteinander-verbunden"-gefühl verloren und können sich und die welt nur noch aus ihrem begrenzten "ich" definieren.
es ist aber dennoch erstaunlich für mich, dass durch die neuen medien sich menschen auf der ganzen welt irgendwo miteinander verbunden fühlen und tlw. vorher unvorstellbares ins rollen bringen.
gruß
c.
sumpfblüte ist gut ;-)
ich meine "normale" blog diskussionen mit beharren auf der eigenen meinung sind auch nicht so leicht zu ändern. das war mal so eine überlegung. ich sehe aber besonders an mir selber, wie schwer das ist. das ist einfach eine eingelernte kommunikationsweise, die nicht so leicht änderbar ist. und wenn dann müssten auch alle beteiligten neue regeln kennen.
das mit dem mangelnden gefühl der verbundenheit ist mir auch aufgefallen, das produziert auch sehr krasse ansichten - und eine "was geht mich das an" haltung.
@Ingrid
stimme mit Deinem letzten Kommentar vollkommen überein.
Aber ich denke, dass in der westlichen Kultur das Ich-Bewusstsein ziemlich stark ausgeprägt ist, um durch die Abgrenzung zu anderen Menschen die eigenen Interessen und Bedürfnisse bevorzugt durchsetzten zu können. Meiner Meinung nach vielleicht doch manchmal ein bißchen zu sehr.
Und die Neurosen und Macken der Menschen werden ja durch die Kommunikation im www nicht unterbunden, sondern treten genauso zum Vorschein wie im richtigen Leben auch.
LG
Renate
.. ich habe z.b. meine anonyme indentität auf deinem blog verändert (bizarr), weil ich mich einmal von einer commentatorin so persönlich so angegriffen fühlte. aber dennoch finde ich es interessant, einige z.t. groteske blog-diskussionen tlw. zu verfolgen weil mich interessiert, wie die "anderen" ticken - zum selbstschutz.
wieweit jede/jeder ihre social-competence entwickelt bleibt jeder/m selbst überlassen (leider manchmal) - die folgen daraus aber auch (zum glück).
gruß
c.
hinterlässt halt immer so ein unwohlsein, diese persönlichen angriffe - identität ändern ist eine maßnahme. was will eine denn sowas sonst entgegensetzen?
macken und neurosen im internet: teilweise sogar noch deutlicher, weil sich gewisse leute da anonym genug fühlen um so richtig unverschämt "zuzuschlagen".
und zu den "normalen" diskussionen - und der persönlichen entwicklung meiner sozialen kompetenz - ich merke immer wieder, dass ich die paar zeilen die ich von anderen lese, auf eine bestimmte art interpretiere. möglicherweise sind sie aber ganz anders gemeint. und argumentiere dann los. oft ist das so unterschiedlich, weil ich dieses oder jenes buch gelesen haben, die info habe usw. der/die andere aber ganz anders informiert ist und anderes erlebt hat. also mein weltbild auf einem völlig anderen und sehr persönlichen stand ist. das führt einfach zu missverständnissen und antworten bzw. aussagen, die gar nicht auf das passen was jemand postet. das einzige was immer sein muss und kann ist: wertschätzung. im normalfall. wenn ich dann schon angegriffen werde - vor allem so verdreht, dass eine antwort unmöglich ist bin ich beim ignorieren angelangt. keinesfalls auf eine weitere diskussion einlassen. wenn ich mich habe verleiten lassen weiter zu diskutieren, einfach raus, abbrechen sobald ich merke dass es nichts bringt und nur verletzen will bzw. mich verletzt.
Finde auch das Kurz-Video von Vera F. Birkenbihl auf "You-Tube" über Kommunikationsprobleme ganz interessant.
Ebenso ihre längeren Beiträge
"Pragmatische Esoterik" und "Viren des Geistes"
LG
Renate
kleine frage: für wen sind diese sündhaft (for me) teuren messer auf deinem geposteten foto gemacht?
gruß
c.
für mich auch unbezahlbar - aber wunderschön. ist aus ein schaufenster von diesem laden: http://www.torbogen-atelier.de/ diese frau macht wunderschöne sachen. hat seinen preis, ist es aber auch wert. muss es mir halt auf fotos anschauen ;-)
.. whow - das sind ja schöne sachen! schloss seefeld ist einen besuch wert! auf dem weg dorthin muss frau eine schöne baum-allee entlang - ich erinnere mich noch als wir dort am see campen/baden/grillen waren.
gruß
c.
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