Gewohntes Umfeld: bei uns (uns = die Menschen mit denen ich öfter zu tun habe) verwendet niemand Worte wie "Migrationshintergrund" oder "Rasse". Wir (wir = Menschen) sind einfach alle da, so wie wir sind, in der Familie, im Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz, in der Stadt, unterwegs.

Passiert ist folgendes: in Paris gibt es einige Männer - sie kommen wahrscheinlich aus Afrika oder leben auch schon ewig in Frankreich, wer kann das schon aus der Hautfarbe ableiten - die Andenken an TouristInnen verkaufen. Im Bus, wir waren noch nicht alle da, sagte einer meiner Mitreisenden: "Ach und die vielen Bimbos hier, fürchterlich. Wo die nur alle her kommen. Zuhause ist das auch so. Wenn ich in die Arbeit fahre sehe ich sie schon im Café sitzen. Dazu brauchen sie ja Geld. Da kann ich mich jeden Tag ärgern."
Er: weiß - um die 40 Jahre alt - Anästhesist von Beruf. Das war auch nicht der einzige rassistische Kommentar auf dieser Reise, und nicht nur er und nicht nur Männer gaben solche Kommentare ab.
Ich will mir nur die Ohren zuhalten, wenn ich so etwas höre. Was macht eine da? Ignorieren? Zu diskutieren anfangen? Wie würdet ihr reagieren?