Mittwoch, August 24, 2011

Charlotte Roche Schoßgebete

Ganz aktuell - Kritik zum neuen Buch von Charlotte Roche - Schoßgebete.

Zuerst habe ich ein paar Meinungen dazu gelesen - die von Alice Schwarzer, beim Spiegel, der Mädchenmannschaft und in der Printausgabe des Stern - da ist Charlotte Roche die Titelgeschichte.

Ich war wirklich auf der Seite von Charlotte. Feuchtgebiete hatte ich gelesen und fand es lustig - vor allem weil sie darin diese penible Sauberkeitssucht auf's Korn nahm und eine Frau mal von einer ganz anderen Seite darstellte. Erinnerte mich an "Die schmutzige Frau" von Luisa. Lustig war auch die Empörung die das auslöste, eine Frau hat einfach steril, sauber und geruchsfrei zu sein und Punkt. So weit so gut.

Dann las ich Schoßgebete. Das Buch bereitete mir ein grauenvolles Wochenende. Ich las es dann eigentlich nur zu Ende weil ich genau wissen wollte, wovon in den Medien gesprochen wird.

Der Sex - haarklein beschrieben natürlich - viel zu mechanisch für meinem Geschmack - kommt bei der Presse super gut an. Was in den Artikeln über das Buch verschwiegen wird, im Buch aber ganz eindeutig steht: sie - die Heldin Elisabeth - macht das meiste nur mit weil sie ihren Mann halten will. Sie hat oft eigentlich gar keine Lust auf Sex. Geschildert wird zum Beispiel ein Besuch im Bordell vor dem sie Durchfall, Angstzustände und Eifersuchtsattaken durchsteht. Ihrem Mann zuliebe macht sie das alles doch, und irgendwie kommt sie dann doch in Fahrt und geht voll ab. Die Stellen in denen sie voll abgeht werden gerne von der Presse zitiert. Allerdings ohne die Vorgeschichte. Und vollkommen ohne Gespür für die Armseligkeit und Bedürftigkeit die dahinter steht.

Wie in einem Interview bei der Zeit zu lesen, denkt auch die reale Roche, sie habe den Stein der Weisen für ein glückliches Leben zu zweit gefunden. Sie meint, eine lebendige Sexualität in der Beziehung löse alle Probleme und könne zwei heterosexuelle Menschen auf ewig aneinander binden. Wird das gelingen, vor allem wenn einer der Partner das meiste nur dem anderen Partner zu liebe macht? Und vor allem - sie stellt ihre Erkenntnis dar, als wäre das DIE Lösung für ihre gesamte Generation. Kann ich mir nicht vorstellen, dass alle in ihrem Alter (33) ewig bei dem selben (männlichen) Partner bleiben wollen und vor allem nicht auf diese Weise. Es mag jetzt im Moment die Lösung für sie selbst in ihrer Situation sein. Nicht mehr und nicht weniger.

Das ist auch nur eine Dimension des ganzen, eine andere: in der stern Titelgeschichte wird sie zur Ikone des "neuen sexualisierten Feminismus" gehyped. Wie bitte?? Was soll das bitte sein?? Als Frau Genuss am Sex mit Männern zu finden - du meine Güte. Das ist nichts neues und nichts besonders außergewöhnliches. Erschreckend daran ist, dass der ganze Roman eigentlich ein totaler Alptraum ist, denn die Heldin Elisabeth - die unverkennbar autobiografische Züge trägt - ist wirklich arm dran in meinen Augen. Sie ist depressiv, extrem neurotisch und leidet unter Verfolgungswahn - alles eine Folge des für sie äußerst traumatischen Verkehrsunfalls bei dem ihre drei Brüder ums Leben gekommen sind. Ihr geht es nicht gut, sie ist alles andere als bei sich und in ihrer Kraft. Sie sucht sich selbst durch Sex mit ihrem Mann. Auch Geborgenheit, Sicherheit und Halt sucht sie bei ihrem Mann - für ewig und um jeden Preis. Das ist sexualisiert, ja, aber weder neu noch Feminismus, sondern der ewig uralte typische Heterofrauen-Fehler. Und nein, nicht alle Männer sind böse und Sex mit ihnen kann super gut tun. Völlig klar. Aber Erlösung, Geborgenheit, Sicherheit und Halt kann niemand - Mann oder Frau oder anderes - in jemand anderem finden - nur in sich selbst. Dann erst ist es möglich mit einem Partner/einer Partnerin wirklich in Beziehung zu treten, falls gewünscht. Und das ist auch wirklich nichts neues.

Donnerstag, August 11, 2011

was neues

Okee jetzt lassen wir mal das Thema Geld - nett dazu auch Cambra Skade, zu dem, was uns keiner nehmen kann. Und gut, dass ich meinen Fonds Sparvertrag aufgelöst habe, der wäre jetzt (seit Ende April) schon um 1280 € bzw. 21% weniger "wert".
Und sonst - es wird Herbst, ich habe neue Wolle für eine Winterjacke gekauft.
Und meine eine Oma ist im Altersheim jetzt, davor hatte sie große Angst, aber sie fühlt sich ganz wohl dort. Es ist aber erschreckend, dass jemand von hier auf jetzt einfach nicht mehr fähig ist sich um sich selbst und seine kleine Wohnung zu kümmern. Also, ab einem "gewissen" Alter - reduzieren reduzieren.
Neue Idee zu meinem Traum vom Haus im Wald: gebrauchter Wohnwagen und Dauercamping. Das könnte so in meiner Preisklasse angesiedelt sein. Habe mir erst mal dieses Buch bestellt: Mein wunderbarer Wohnwagen - und dann schau ich mal.